Navigation für 400 Euro vom Lebensmitteldiscounter?
Gemeint sind PDA-Kleinstcomputer die im Paket mit Software und
GPS-Empfänger in der Werbung als "Navigationsgerät" angeboten werden.
Ein großer Teil unserer Kunden hat bereits derartige Systeme getestet
und sich danach für ein "richtiges" Navigationsgerät entschieden. Zur
Erläuterung:
Eigentlich kann man nicht alle PDA-basierten Systeme in einen Topf
werfen, die Spanne reicht von Primitivsystemen beim
Lebensmitteldiscounter mit veralteter, eingeschränkter Software und
Billig-Hardware bis zu Kombinationen aus leistungsfähigem Marken-PDA mit
ausreichendem Speicher, hochwertigen GPS-Empfängern mit Funkverbindung
und aktueller Software. Da eine derartige Kombination in einer ähnlichen
Preislage wie z. B. das Streetpilot III liegt, ist ein Vergleich
durchaus angebracht. Auf Offboard-Navigation (z. B. T-Mobile) brauchen
wir schon allein wegen der ganz unterschiedlichen Preisgestaltung
(Kosten pro Navigation und Minute) nicht eingehen.
Ein PDA ist ein sehr universell einzusetzendes Gerät. Bei der Konzeption
müssen Anwendungsbereiche von Tabellenkalkulation bis hin zu Spielen
berücksichtigt werden. Darüber hinaus muss sich ein derartiges Gerät
sehr preiswert in großen Stückzahlen herstellen lassen und sehr kompakt
sein. Bei einem Anwendungsfall wie der Navigation müssen Komponenten aus
verschiedensten Quellen zusammenarbeiten. PDA, Installationsmaterial,
Betriebssystem, GPS-Empfänger, Zusatzsoftware (wie Sprachmodule),
Navigationssoftware, Kartenmaterial, etc. kommen im Normalfall von den
unterschiedlichsten Herstellern aus Fernost, Europa und den USA. Genau
wie bei den PC hat sich in der Praxis gezeigt, dass sich hier oftmals
Probleme ergeben können. Veränderungen einer Komponente ziehen teilweise
Störungen bei anderen Teilen nach sich. Hier ist technisches Verständnis
und auch die Bereitschaft zur Eigeninitiative gefragt. Die Beschaffung
und Installation z. B. von Treiber-Updates sollten den Betreiber nicht
vor Probleme stellen. Beachten Sie auch, dass praktisch alle zur Zeit
angebotenen PDA-Navigationssysteme auf eine 12 V
Zigarettenanzünderanschluß angewiesen sind. Bluetooth Funkempfänger
besitzen einen Akku der schon nach wenigen Stunden geladen werden muss.
PDA wurden nicht für den Autoeinsatz entwickelt. In der Praxis fallen
daher oft schlecht erkennbare, spiegelnde Displays, unverständliche
Sprachausgabe und umständliche Eingabe (meist mit Hilfe eines Stiftes)
auf. Die Bedienung während der Fahrt ist "ein gefährliches Unterfangen"
(AMS).
"Auto Motor und Sport" hat die führenden PDA-Kombinationen (Preise
um € 1000,--) im Heft 8/2004 getestet. Einige Auszüge:
"Der ... verlangt eine umständliche Installationsaktion, nach der der
Kunde um einige Nerven ärmer, aber um das Wissen eines so genannten
virtuellen COM-Ports reicher ist"
"... in dieser Form kann Sie nur technik-affinen Menschen ans Herz
gelegt werden. Denn mit einem einmaligen Installationsvorgang ist das
Thema noch lange nicht ad acta gelegt."
"In jedem Fall sollte man über ein gutes Nervenkostüm verfügen, denn
immer wiederkehrende kryptische Fehlermeldungen und geheimnisvoll mal
kurz, mal schnell, mal lang, mal gar nicht blinkende blaue Lämpchen an
der GPS-Antenne verlangen zum Teil seherische Fähigkeiten."
"PDA-Navigationssysteme besitzen eindeutig Hobby-Charme."
Eine PDA-Lösung ist natürlich für Benutzer interessant, die ein PDA
Gerät bereits besitzen und mit der Bedienung und Wartung gut vertraut
sind. Wenn auf die Zusatzfunktionen eines PDA (z. B. Terminplanung)
großen Wert gelegt wird, ist das
iQue 3600 ein sehr interessantes Gerät. Hierbei handelt es sich um
ein integriertes Gerät auf PDA-Basis. Verwendung findet die Technik des
Marktführers Palm. Das Gerät wurde speziell für den Einsatzzweck
„Navigation“ entwickelt, bietet aber auch alle anderen Möglichkeiten der
PDA.
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